Sehenswürdigkeiten von Zamosc
Großer Markt
Der Große Markt gehört zu den schönsten Altstadtplätze Europas. Der Platz in Form des Quadrats (100 mal 100 Meter) ist von allen Seiten von Bürgerhäusern mit Arkadenbodengängen umgeben, die sehr typisch für die Renaissancearchitektur von Italien sind. In der Mitte kreuzen sich zwei Stadtachsen: die Hauptstraße von Osten nach Westen und die wirtschaftliche Achse, die drei Marktplätze verbindet. Von Anfang an erfüllte der Große Markt nur eine repräsentative Funktion, in der Rolle des antiken Forums. Heutzutage finden auf dem Platz verschiedene kulturelle und patriotische Veranstaltungen statt. In der Sommersaison erscheinen hier zahlreiche Freilichtcafés.
Rathaus
Das erste einstöckige Rathaus wurde nach 1591 nach dem Entwurf von Bernardo Morando errichtet. In den Jahren 1639-51 wurde es nach dem Projekt von Jan Jaroszewicz umgebaut und bekam das heutige Aussehen. Im nächsten Jahrhundert baute man monumentale Außenwendeltreppe an. Über dem Barockportal sieht man das Stadtwappen – den Heiligen Apostel Thomas mit einem Buch und Speer, darunter ist der Schutzschild mit dem Wappen des Zamoyski Geschlechts (drei gekreuzte Lanzen).Vom 52-Meter hohen Turm wird am Mittag das Turmlied von einem Trompeter in die drei Himmelsrichtungen gespielt. In der Vergangenheit was das Bauwerk auch der Sitz des Tribunals für die Majoratstädte, das errichtete im 19. Jahrhundert Hinterhaus enthielt das Gefängnis. Zurzeit befindet sich im Inneren außer der Stadtbehörden die Touristinformation mit der Fotogalerie.
Armenische Bürgerhäuser
Die Bürgerhäuser rechts vom Rathaus gehörten einst den reichsten Stadtbürgern – den armenischen Kaufleuten. Obwohl anfangs das Wohnen in der Stadt nur für Katholiken erlaubt war, wurde dieses Verbot bald aufgehoben. Schon fünf Jahre nach der Gründung wurde das Privileg für Armenier ausgegeben, später kamen die nächsten für Juden und Griechen. Die Armenier waren in der Mehrheit Kaufleute, die aus der Türkei Waffe, Gewebe, Schmuck und andere teure Waren holten. Unter ihnen traf man auch Handwerker und sogar die Professoren der Akademie. Die Armenier gehörten zu den reichsten Bürgern, deswegen waren auch ihre Wohnhäuser am schönsten verziert, oft mit orientalischen Motiven. Heute sind die vier ersten Häuser der Sitz des 1926 gegründeten Stadtmuseums.
Wilczek-Bürgerhaus
Das Gebäude entstand Anfang des 17. Jahrhunderts und war die Wohnung des berühmten Akademieprofessors Adam Burski. Das Haus wurde bald ausgebaut und in den Jahren 1672-76 bekam es dank damaligem Besitzer, dem Ratsherrn Jan Wilczek, die Wandverzierung. An der Ecke kann man den Schutzheiligen des Bewohners – Johannes des Täufers sehen, darunter befindet sich das Stadtwappen (der Heilige Thomas). An der Seitenwand ist der zweite Schutzheilige (Johannes Evangelist) sowie die Madonna zu sehen.
Rudomicz-Bürgerhaus
Das Haus entstand in den Jahren 1645-72 dank der Akademieprofessoren Hieronim Kolakowski und Bazyli Rudomicz. Der zweite war der Autor des Tagebuches „Efemeros”, in dem er das bunte Stadtleben von Zamosc in der Mitte des 17. Jahrhunderts beschrieb.
Bürgerhaus zum Engel / zu den Löwen
Das Gebäude wurde vom reichen armenischen Kaufmann Gabriel Bartoszewicz in den Jahren 1632-34 gebaut und später dank seinem Sohn Jan, dem Schultzen armenischer Gemeinde, verziert. Der Name stammt vom Relief des Erzengels Gabriel mit einer Lilie an der Fassade. In der Höhe der zweiten Etage sieht man zwei Löwengestalten und in der Mitte unter Weinranken einen geflügelten Drachen. Die Löwen sollten ehemalige Bewohner vor dem Bösen schützen, das durch den Ungeheuer symbolisiert wird. Im Bodengang befindet sich über dem Portal das Bildnis von Heiligem Georg, dem Schutzheiligen eines ehemaligen Besitzers. In Innerem erhielten sich in der Hinterstube des Erdgeschosses sehr schöne Steinumrahmungen der Fenster und der Tür mit Pflanzenmotiven.
Bürgerhaus zum Ehepaar / Saphirbürgerhaus
Das Bürgerhaus wurde nach 1642 von dem armenischen Kaufmann Torosz errichtet. Der Name stammt von der Farbe der Fassade und dem Relief zwischen den Fenstern. Man sieht, dass der Mann lächelt, die Frau ist dagegen sauer, so ist es klar, welche Familienverhältnisse in diesem Haus einst herrschten. Darunter gibt es zwei Friese mit orientalischen Motiven: oben die Maureske, unten die Verflechtung.
Bürgerhaus zur Madonna
Das Gebäude wurde nach 1642 vom armenischen Kaufmann Soltan Sachwelowicz gebaut. Der Name stammt von der Skulptur an der Fassade, wo man die Gottesmutter sehen kann, die einen phantastischen Drachen tritt. Unter den Fenstern befindet sich ein Fries in Form einer Arabeske (aus einem Krug gehen die Pflanzenranken mit Blumen und Früchten aus). Das Aussehen des Hauses ist typisch für Bürgerhäuser von Zamosc Mitte des 17. Jahrhunderts, dem Zeitraum der größten Blüte der Stadt. Das Bürgerhaus zur Madonna sowie das nächste besitzt zurzeit das Lyzeum der Bildenden Künste.
Bürgerhaus zum Heiligen Kasimir
Dieses Bürgerhaus wurde in den Jahren 1604-10 gebaut und war wechselnd das Eigentum polnischer Apotheker und armenischer Kaufleute. Im Jahre 1697 platzierte der damalige Besitzer, Stadtschulze Kazimierz Lubecki, die Skulptur seines Schutzheilgen an der Fassade. Im Gebäude befindet sich heute die pädagogische Bibliothek.
Apotheken-Bürgerhaus
Das Gebäude wurde nach 1609 von Szymon Piechowicz, dem Apotheker, Medizinprofessor und langjährigen Rektor der Akademie errichtet. Vom Anfang an enthielt es in seinen Mauern eine Apotheke, alle nächsten Besitzer bis zur Verstaatlichung im Jahre 1951 waren auch die Apotheker. In der Vorderstube kann man heute interessante Apothekenschränke aus dem 19. Jahrhundert sehen, drin gibt es auch alte Behälter für Medikamente. Dieses Bürgerhaus wie auch mehrere andere am Großmarktplatz hat ein sehr schönes Portal im Manierismus-Stil aus dem 17. Jahrhundert.
Morando-Bürgerhaus
Das Bürgerhaus wurde von dem Hauptarchitekten von Zamosc - Bernardo Morando entworfen und sollte ein Vorbild für die nächst gebauten sein. Das Gebäude entstand erst nach dem Tod des Projektants dank seinen Verwandten, die danach in diesem Haus wohnten. Das Haus mit dem Vierarkadenbodengang bekam in dem zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts einen Fries mit manieristisch-niederländischen Motiven, der das Werk vom Baumeister Jan Wolff sein sollte. Dieses Bauwerk wie auch die drei nächsten erhielten bis heute ursprünglische zweistöckige Formen, die sehr typisch für Zamsc am Anfang des 17. Jahrhunderts waren. Zwei von ihnen (das zweite und vierte) waren im Besitz von Majoratstädten Szczebrzeszyn und Turobin und dienten zum Aufbewahren der Schätze in der Kriegszeit.
Link-Bürgerhaus
Dieses Bürgerhaus unterscheidet sich von allen anderen am Großen Markt durch seine Barockfassade. Der Militäringenieur und Architekt Jan Michal Link baute am Ende des 17. Jahrhunerts das ursprünglich zweistöckige Gebäude aus und projektierte die Fassade in Form einer Ziegelwand mit drei Pilastern. In den Nischen wurden antische Schutzheilige des Krieges platziert: Minerva und Herkules. Nach einer Sage sollten diese Skulpturen den Bewohner vor dem bösen Geist von Bernardo Morando schützen, der mit dem freiwilligen Umbau des Hauses unzufrieden sein sollte. Als der Fries kann man alte Rüstungen und Waffe sehen. Dies erinnert, dass der Besitzer ein Militärkommandeur war - der Major der Artillerie in der Zamosc-Festung.
Dom
Das Bauwerk wurde von Jan Zamoyski gestiftet und in den Jahren 1587-98 nach dem Entwurf von Bernardo Morando gebaut. Die Schmuckarbeiten beendete man aber nicht zu Lebzeiten des Stifters, sie wurden in den Jahren 1618-30 weiter geführt. Als Stiftskirche wurde der Tempel erst im Jahre 1637 geweiht und bekam als Schutzheiligen den Heiligen Thomas und den Auferstandenen Christus. Im Jahre 1992 wurde die Stiftskirche zum Rang der Kathedrale erhöht. Die Außenform wurde während des Umbaus in den Jahren 1824-26 unter der Leitung von Jean Malle geändert: Giebel wurden damals gesenkt, man entfernte auch alle Reliefs und Inschriften. Erst nach zwei Jahrhunderten wurde die ursprüngliche Form des Tempels bei einer Revitalisierung rekonstruiert.
Die Kirche, als Votivgabe für Schlachtsiege von Jan Zamoyski ausgedacht, spielte eine besondere Rolle im ehemaligen Majorat. Die Majoratherren legten hier Gelübde ab, auch hier, in den Krypten unter dem Tempel, ruhten alle 16 Majoratherren. Interessant ist die Tatsache, dass die Kirche mit der Größe 45 x 30 Meter die 15-malige Verkleinerung von Zamosc in Grenzen der Stadtmauern darstellen sollte. Im Inneren fallen fast gotische Proportionen auf, dank den schlanken Pfeilern, die mit hohen Arkaden gekrönt sind. Sehr schön sind steinerne Gesimse und Manierismusstil-Stuckarbeiten an den Schiffsgewölben, wahrscheinlich von Jan Wolff gefertigt. Der Hauptarchitekt Bernardo Morando entwarf die Empore in Form einer italienischen Loggia. Der Autor von Barockstuckarbeiten am Gewölbe der Majoratherrenkapelle (1635) ist der italienische Meister Jan Baptist Falconi. Die meisten Elemente der Ausstatung stammen aus den 18. und 19. Jahrhunderten. Zu den wertvollsten gehören: das Rokoko-Sakramenthäuschen (das Werk der Breslauer Meister Benjamin Hentschl und Johann Christian Jancke nach dem Projekt von Jerzy de Kawe, 1744-48), vier große Gemälde im Chor mit den Szenen aus dem Leben des Heiligen Thomas und Christus (die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts) und das Bild „Maria Verkündigung“ (das Werk des Florenzer Künstlers Carlo Dolci, 1650). Die Kirche ist auch ein Mariensanktuar mit dem Bildnis der „Gnädigen Gottesmutter“, das in Zamosc einen großen Kult hat.
Glockenturm
Das Gebäude wurde in den Jahren 1760-75 nach dem Projekt von Jerzy de Kawe errichtet. Die zwei früheren Glockentürme waren hölzern und wurden durch Brände zerstört. Während des Umbaus in den Jahren 1930-31 wurde ein neuer Helm im Pseudobarockstil gelegt. Im Durchgang befinden sich Tafeln, die an das Märtyrertum der Bewohner von Zamosc und Umgebung im Zweiten Weltkrieg erinnern. Am 45 Meter hohen Glockenturm hängen drei große Glocken mit den Namen „Jan“, „Tomasz“ und „Wawrzyniec“. Bemerkenswert ist vor allem „Jan“ – gestiftet vom dritten Majoratherrn Jan „Sobiepan“ Zamoyski. Die Glocke mit 160 Zentimeter Höhe und 4,3 Tonnen Gewicht gehört zu den größten in Polen. In der Sommersaison kann man auf den Turm hinaufsteigen um von einem Balkon die Stadtpanorama zu betrachten.
Infuliertenhaus
Das Haus wurde am Ende des 16. Jahrhunderts von Bernardo Morando gebaut. Etwa 1620 wurde das Gebäude nach der Wille des ersten Infulierten der Stiftskirche Mikolaj Kislicki umgebaut und mit einem schönen Barockportal verziert. An der Bekrönung ist daher sein Wappen „Prus” zu sehen. Seitdem war das Haus die Wohnung der Infulen von Zamosc. Im Erdgeschoss wurde 1987 das Sakrale Museum eröffnet, das von dem letzten Majoratherrn Jan Zamoyski gestiftet wurde. Im Museum sind wertvolle Reliquiare, Messegewänder, Gemälde, Bücher und verschiedene liturgische Geräte zu sehen. Erwähnenswert ist auch das aus Bronze gefertigte Barocktaufenbecken, das Werk entweder italienischer oder französischer Meister. An der Wand des benachbarten Gebäudes befinden sich die Tafeln mit den Namen aller infulierten Priester.
Schloss der Familie Zamoyski
Die erste Residenz wurde von Jan Zamoyski in den Jahren 1579-86 errichtet, nach dem Projekt von Bernardo Morando. Das zweistöckige Palais besaß einen rechteckigen Aussichtsturm in der Mitte und die Außentreppe, am Schlosshof standen zwei Nebengebäude. Von der Stadt war der Komplex durch die Mauer mit einem Tor abgegrenzt. Im Stadtbrand 1658 zerstört, wurde das Schloss bald wieder aufgebaut, die nächsten unbekannte Bauarbeiten führte man am Ende des 17. Jahrhunderts. Der größte Ausbau fand in den Jahren 1747-51 im Barockstil statt, der Entwurf stammte von Jerzy de Kawe und Andrzej Bem. Das erhöhte und geschmückte Hauptgebäude wurde damals mit Seitenflügel gebunden, so dass ein repräsentativer Hof entstand. Für die Innenarbeiten lud Tomasz Antoni Zamoyski den berühmten Künstler Lukasz Smuglewicz ein. Schon am Anfang des 19. Jahrhnderts sollte das Palast neu, diesmal im Klassizismusstil, umgebaut werden. Aus dem Zahlreichen Projekten, die während eines Architektenwettbewerbs entstanden, wurde der Entwurf von Henryk Ittar gewählt. Die Kriegsoperationen und endgültiger Verkauf der Stadt, hielten jedoch die Bauarbeiten in der Anfangsphase an. Als das Schloss bald für das Militärkrankenhaus bestimmt wurde, entfernte man den ganzen Schmuck außen sowie in den Innenräumen. Eine Zeit lang benutzte man einen Saal im ehemaligen Palast als orthodoxe Kapelle. Nach der Liquidierung der Festung im Jahre 1866 fand hier seinen Sitz das Gericht, das den größten Teil des Bauwerkes bis heute immer noch benutzt. Auf dem Schlosshof, wo ehemals Freilichtspiele aufgeführt wurden, enthüllte man im Jahre 2005 das Denkmal des Stadtgründers. Die Skulptur aus Bronze zeigt Jan Zamoyski als Kronfeldherr, auf einem Pferd mit dem Stock in der Hand. Der Autor des Projekts ist ein berühmter polnischer Bildhauer - Marian Konieczny aus Krakau.
Zeughaus
Das erste, gewiss hölzerne, Arsenal wurde von Bernardo Morando entworfen und am Lubliner Tor in den Jahren 1582-84 errichtet. Vom Anfang an war dort nicht nur das Waffenlager, sondern auch ein Museum, in dem die Majoratherren gern den Stadtgästen Kriegsbeuten zeigten. Da das Lubliner Tor bald zugemauert wurde, baute man um Jahre 1630 südlich vom Schloss das neue Zeughaus. Der Entwerfer war der Italiener Andrea dell´Aqua, ein bekannter Autor des Werkes über Militärbaukunst, der bei dem Umbau vom Zamosc-Festung beschäftigt war. Im Brand 1658 wurde das Gebäude im größeren Teil zerstört, und dann wieder aufgebaut, noch später bekam es auch das zweite Stockwerk. Der nächste Umbau im Klassizismusstil fand in Jahren 1820-25 statt. Nach dem Projekt von Jean Mallet erhielt das Bauwerk das heutige Aussehen. Im Laufe der Zeit vernachlässigt, wurde das Zeughaus letztlich renoviert und seit dem Jahr 1984 befindet sich drin ein Museum. Die Ausstellungen zeigen die militärische Geschichte von Zamosc durch Sammlung der alten Waffe und Modelle von ehemaligen Wehranlagen. Im Museum gibt es auch Platz für interessante Zeitausstellungen. Schon bald wird das Festungsmuseum um eine Freilichtexposition bei der rekonstruierten Bastion 3 erweitert.
Szczebrzeszyner Tor
Als eines der Stadttore wurde es in den Jahren 1603-05 nach dem Entwurf von Bernardo Morando durch Baumeister Blazej Gocman errichtet. Schon früher musste es aber hier einen Durchgang in den Mauern existieren. Der Name stammt von dem nächsten kleinen Städtchen Szczebrzeszyn in der Umgebung. Das Bauwerk wurde in den Jahren 1770-71 umgebaut und bekam eine neue Attika im Rokokostil mit steinernen Vasen und Skulpturen der Heiligen Florian und Erzengel Michael (Werke von Jan und Jakub Maucher). Seitdem wurde es auch das Florianer Tor bezeichnet. Die heutige Außenform ist die Folge laufendes Umbaus in den Jahren 1821-25, diesmal in Klassizismusstil. Im 19. Jahrhundert befand sich im Szczebrzeszyner Tor das Gefängnis, später ein Hotel und zuletzt eine Polizeistätte. Nach der Revitalisierung in der letzten Zeit ist der Durchgang durch das Tor wieder möglich und im Gebäude fanden Sitz ein paar Firmen und Vereine, unter anderem der Jazzklub „Kosz”.
Seminarhaus
Das erste Barockgebäude in der Stadt entstand Mitte des 17. Jahrhunderts nach dem Projekt von Jan Michal Link. Obwohl Zamosc kein Zentrum der Diözese war, wurde hier 1640 von Katarzyna Zamoyska das Priesterseminar gestiftet, das seinen Sitz in diesem Haus fand. Die Dozenten waren die Professoren der Akademie. Das Seminar funktionierte mit Pausen bis 1784. Später gab es im Gebäude finanzielle und militärische Institutionen. Seit 1999 ist das renovierte Bauwerk Sitz des Rektorats von der unstaatlichen Hochschule der Verwaltung.
Gebäude der Akademie
Die gegründete im Jahre 1594 von Jan Zamoyski Akademie war damals, nach Krakau und Wilna, dritte Hochschule in Polen. In der Institution waren anfangs drei Fakultäten vorhanden: die juristische, die medizinische und die philosophische, und die Akademie unterschied sich von anderen Hochschulen in Europa durch den weltlichen Charakter. Zu Beginn waren unter Professoren der Akademie viele bekannte Wissenschaftler, die Schule war hauptsächlich für die Jugend aus dem Adelsstand angedacht. Das erste Akademiegebäude wurde Ende des 16. Jahrhunderts nach dem Entwurf von Bernardo Morando errichtet. Es enthielt neben der Schule auch sehr reiche Bibliothek und die berühmte damals Druckerei. Der heutige viereckige Bau mit dem Innenhof entstand in den Jahren 1638-48 nach dem Projekt von Jan Jaroszewicz und war die Stiftung des Ehepaares Tomasz und Katarzyna Zamoyski. Damals ging allerdings die Blüte der Akademie zu Ende, das Niveau war immer niedriger und die Schule verlor den weltlichen Charakter. Die durchgeführte im Jahre 1746 Reform und spätere Modernisierung des Gebäudes half der Schule nicht. Letztlich wurde die Akademie nach 190 Jahren 1784 von österreichischen Behörden geschlossen. Eröffnetes auf ihrem Platz Lyzeum existierte hier auch nicht lange, am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es nach Szczebrzeszyn versetzt. In dieser Zeit wurde die Gebäude in die Kaserne umgewandelt und in solchem Geiste umgebaut. Erst 1916 wurde hier wieder die mittlere Schule – das Gymnasium eröffnet, und als Schulgebäude wird das Bauwerk bis heute benutzt.
Während des Zweiten Weltkrieges war das Akademiegebäude der Sitz von der deutschen Polizei und auf dem Platz davor wurden zahlreiche Erschießungen durchgeführt. Auf dem ehemaligen Schulsportplatz wurde im Jahre 1962 ein Denkmal enthüllt, das die Tragödie der Kinder aus der Zamosc-Region verewigt. In der Aussiedlungsaktion wurden in Jahren 1942-1943 etwa 110 Tausend Menschen verschleppt, darunter 30 Tausend Kinder und Jugendliche. Nach dem Krieg kehrte nur die knappe Hälfte davon nach Hause zurück .
Altes Lubliner Tor
Das erste Tor hatte eine schlichte Form aus Quadersteinen und entstand bald nach der Stadtgründung. Im Jahre 1588 wurde dadurch als Ehrengefangene der österreichische Erzherzog Maximilian von Habsburg eingeführt, den Jan Zamoyski kurz davor in der Schlacht bei Byczyna besiegte. Das neue Eingangstor baute man nach dem Projekt von Bernardo Morando in den Jahren 1597-99. Schon bald wurde jedoch das Tor zugemauert. Es sollte die Erinnerung des erwähnten Ereignisses sein, es gab allerdings wichtige strategische Gründe, um die Wehranlagen in diesem Abschnitt der Stadtmauern zu verstärken. Fast zwei Jahrhunderte war der Eingang geschlossen, erst nach der Teilung Polens wurde es neu eröffnet. Das Tor diente jedoch nicht lange, bald baute man etwas weiter östlich das neue Tor. Der alte Stadteingang wurde damals wieder zugemauert und diente seitdem als Gefängnis. Als die Festung abgebaut wurde, zerstörte man auch das Tor. Nach der Rekonstruktion in den Jahren 1977-80 sieht das Bauwerk wie vor Jahrhunderten aus. In der Bekrönung befindet sich die Skulptur der Polonia (Mutter von Polen), die auf dem Thron unter dem Baldachin sitzt, mit dem polnischen Wappen in Händen. Am Tor gibt es zwei lateinische Inskriptionen, von Jan Zamoyski selbst verfasst. Nach der letzten Revitalisierung wurde im ehemaligen Tor und benachbarten Kasematten ein Restaurant eröffnet.
Am Lubliner Tor wurde ein kurzer Abschnitt der Mauer wiederaufgebaut. Man sieht eine Reihe der Schießscharten (im Inneren gibt es eine Galerie), und am Ende die sogenannte Wassserpforte. Sie diente zur Kommunikation während der Belagerung, wenn das Öffnen des Tores zu riskant schien.
Laufställchen
Unter diesem Namen (im Polnischen „Kojec“) standen vier Bauwerke aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die zur Abwehr der Wassergraben dienten. Dieses, aus dem Jahre 1836, ist das einzige, dass sich gänzlich bis heute erhielt. Beiderseits gibt es zwei große Schießscharten für Kanonen, unter dem Gebäude befindet sich ein Kanal, um den freien Durchfluss des Wassers zu ermöglichen. Am Laufställchen rekonstruierte man vor kurzem einen kleinen Abschnitt der Carnot-Mauer.
Stadtpark
Der Park enstand in den Jahren 1922-27 auf dem früheren Festungsgelände nach dem Wettbewerbsprojekt von Walerian Kronenberg. Mit der 11,2 Hektar Fläche nimmt er in sich Reste der Bastion Nummer 4, einen Abschnitt des Wassergrabens und Überbleibsel der Erddämme vor den ehemaligen Stadtmauern: das Ravelin und die Schutzstirn. Die Alleen sind mit Krimlinden, Kastanien und Eschen bepflanzt, man findet dort auch mehrere seltene Baumarten, wie der Amurkorkbaum, der Butternussbaum oder der Trompetenbaum. Im Park brüten viele kleine Singvögel, auf dem Teich, der aus dem ehemaligen Wassergraben entstand, kann man außerdem Stockenten und Zwergtaucher beobachten.
Sankt-Katharina-Kirche
Der Name der Heiligen Katharina trug ursprünglich eine hölzerne Kirche in der Lubliner Vorstadt. Dieses Gebäude samt dem Reformatenkloster wurde in den Jahren 1680-86 im Barockstil gebaut nach dem Entwurf von Jan Michał Link und bekam den Heiligen Peter von Alcantara als Schutzheiligen. Nach der Auflösung des Klosters 1784 wurde im Gebäude ein Militärlager eingerichtet, bald baute man die ehemalige Kirche um, und das Klosterbauwerk wurde ganz abgerissen. Im Jahre 1918 richtete man in der ehemaligen Kirche ein Theatersaal ein. Nach der Renovierung in den Jahren 1925-26 bekam das Gebäude wieder sakrale Funktion als Schulkirche mit der Heiligen Katharina als Schutzheilige. Seit September bis November 1939 bewahrte man in den Untergründen der Kirche das berühmte Gemälde „Die Preußische Huldigung“ von Jan Matejko auf. Vor Kurzem bekam die Kirche ihre ehemalige Außenform, herum wird wird zurzeit der Kreuzweg gebaut. Auf dem Platz des ehemaligen Klosters sollte bald das Gebäude eines katholischen Vereins errichtet werden.
Neues Lubliner Tor
Das entstandene in Jahren 1821-22 im Klassizismusstil neue Lubliner Tor ersetzte das alte, das damals zugemauert wurde. Der Entwerfer war wahrscheinlich der Militärarchitekt Jan Pawel Lelewel. Über dem Durchgang platzierte man das Symbol des damaligen Zaren Russlands – Alexander des I.: den Buchstaben „A“ auf dem Hintergrund von Strahlen. Spuren davon sind noch heute am Tor zu sehen. Nach der Liquidierung der Festung waren hier verschiedene Lager, später auch eine Bäckerei und der Busbahnhof. Seit kurzer Zeit befindet sich in der Kasematte des Tores ein kleines vegetarisches Restaurant.
Salzmarkt
Der Name des Platzes stammt vom Salzhandel, der seit dem Anfang der Stadt hier getrieben wurde. Das Salz brachte man entweder aus dem Salzbergwerk von Wieliczka oder aus Salinen in Rotruthenien, um Aufbewahren und Weiterverkaufen kümmerten sich Fachhändler – die „Salzer“. An der Nord- und Ostseite des Platzes befinden sich schöne, errichtete im 17. Jahrhundert Bürgerhäuser mit Arkadenbodengängen. Bemerkenswert ist vor allem das Eckhaus an der Nordseite mit einem Fries in Form der Arabeske - das sogenannte „Rabbinerhaus”. In zwei grünen Bürgerhäuser an der Ostseite des Salzmarktes befindet sich das Hotel „Senator”, von der Familie des berühmten polnischen Popsänger Witold Paszt geführt. An der Südseite sieht man dagegen der im. 19. Jahrhundert errichtete hintere Teil vom Rathaus. Dieser Teil wurde für das Gefängnis bestimmt und noch heute sind über dem Eingang Symbole der Gerechtigkeit zu sehen: die Waage, das Auge und die Hand. In der Platzmitte steht das Gebäude der Molkerei aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts.
Synagoge
Die Renaissance-Synagoge von Zamosc wurde im Jahre 1610 für die sephardische jüdische Gemeinde errichtet. Es bestand damals aus dem Hauptgebetsaal und einer Empore für die Frauen. Das Gewölbe wurde mit sehr schönen Stuckarbeiten geschmückt, derer Autor wahrscheinlich der Baumeister Jan Wolff war. Bald baute man zwei Frauenschiffe an, an der Nord- und Südseite. Im 19. Jahrhundert wurde die Attika abgerissen und das Gebäude bekam das Mansardendach. Die Frauenschiffe wurden damals um ein Stockwerk erhöht. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Nazis die Synagoge, sie wurde jedoch danach in den Jahren 1967-1972 wieder aufgebaut und bekam die Form aus dem 17. Jahrhundert. Damals platzierte man in der ehemaligen Synagoge die Stadtbibliothek. Die letzte Revitalisierung wurde vor kurzer Zeit von neuem Besitzer - „der Stiftung für den Schutz des jüdischen Erben” durchgeführt. Zur Zeit erfüllt die Synagoge die Rolle eines Zentrums der jüdischen Kultur, sie ist ein Platz für Kunst- und Fotoausstellungen, Vorträge und Konzerte. In Innerem bemerkenswert ist vor allem das Aron Hakodesch (die Heilige Lade) – die Umrahmung der Nische für die Thora in der Ostwand , sowie die Stuckarbeiten an der Decke.
Das benachbarte Gebäude aus dem 17. Jahrhundert war ehemals das Kahalhaus – der Sitz des Vorstandes der jüdischen Gemeinde. Dort befand sich in der Vergangenheit auch der Heder.
Mikwe
Das erste jüdische rituelle Badehaus befand sich an der Synagoge. Die bis heute erhaltene Mikwe errichtete man 1878 ein bisschen weiter davon entfernt. Im Untergrund erhielt sich bis heute das ehemalige Badebecken mit der Größe 8 x 9 Meter. Nach der Renovierung sollten in diesem Gebäude ein Restaurant und ein Hotel eröffnet werden.
Überschanze II.
Dieses Gebäude entstand in den Jahren 1827-35 nach dem Entwurf von Jean Mallet und diente zur Verteidigung der Bastion Nr. 6. Das Bauwerk ist etwas kleiner als das benachbarte „Kavalier“ (die frontale Seite zählt 77 Meter), auch die Erde oben wurde durch ein einfaches Dach ersetzt. Charakteristisch ist die konkave Außenseite, um das Geschossfeuer in der Ecke der Bastion zu konzentrieren. Zurzeit ist die Überschanze der Sitz einer mittleren ökonomischen Schule.
Überschanze I.
Diese riesige Festungsgebäude aus Stein und Rotziegel entstand in den Jahren 1825-30 auf dem Platz einer Erdschanze. Der Projektant war der französische Militäringenieur Jean Mallet. Die Stadtfassade zählt 93 Meter, auf dem Dach gibt es bis heute eine Erdschicht, die das Dach des „Kavaliers“ vor den Feindgeschossen schützen sollte. Dort oben konnte man zusätzlich auch eine Reihe der Kanonen platzieren. Von der Plateau der Bastion ist die Überschanze durch einen Wassergraben getrennt. Dank der konkaven Außenseite konzentrierte sich das Feuer aus den Schießscharten in der Ecke der Bastion. Nach dem Abbau der Festung diente das Gebäude als Baumateriallager, nach der letzten Revitalisierung erfüllt es mehrere Funktionen. Es gibt drin mehrere Läden, ein Restaurant und eine interessante historische Ausstellung mit Kopien der ehemaligen Uniformen und Waffe aus der Zeit, als Zamosc-Festung funktionierte.
Zwischen der Überschanze und dem Lemberger Tor liegt die sogenannte Lukasinski-Zelle. Es erinnert an polnischen Freiheitskämpfer Walerian Lukasinski, der in Zamosc-Festung in den Jahren 1824-25 als politische Gefangene in Haft war. Das war der Beginn seiner 44-jährigen lebenslangen Gefangenschaft.
Bastion 7.
Zamosc als eine Festung besaß in der Vergangenheit sieben Bastionen, die sehr typisch für die Renaissance-Militärbaukunst waren. Die ursprüngliche Bastionen, von Bernardo Morando entworfen und später nach dem Projekt von Andrea del`Aqua umgebaut, hatten die Form der Spitze eines Pfeiles. Hauptaufgabe der Bastionen war die Verteidigung der Stadtmauern dazwischen, die man Kurtinen (Vorhänge) nannte. Die größte Modernisierung der Wehranlagen fand im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Jean Mallet statt. Die Bastionen bekamen damals die Form eines Fünfecks, in Innerem baute man Kasematten (mit großen Schießscharten für die Kanonen), die durch Galerien in den Mauern verbunden waren. Die Gesamtlänge der Mauern mit den Bastionen betrug etwa drei Kilometer. Die Wehranlagen sprang man in die Luft nach der Liquidierung der Festung im Jahre 1866. Die Überreste liegen unter der Erde rund um die Altstadt. Im 20. Jahrhundert begann man kleine Abschnitte davon zu rekonstruieren, unter anderem die ganze Bastion Nr. 7 und den anliegenden Vorhang mit der Wasserpforte. Im Inneren befindet sich dort heute eine touristische Strecke mit der Länge von ungefähr 400 Metern. In Kasematten der Bastion finden manchmal Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Zur Zeit werden die weiteren Mauerabschnitte wiederaufgebaut.
Altes Lemberger Tor
Das Tor wurde am Ende des 16. Jahrhunderts nach dem Projekt von Bernardo Morando im Manierismusstil gebaut. Der ursprüngliche Durchgang mauerte man im Jahre 1821 zu, als das neue Tor in der Nähe errichtet wurde. Die begonnene vor dem Zweiten Weltkrieg Rekonstruktion wurde erst im Jahre 1979 beendet. In der Krönung sieht man den Schutzheiligen von Zamosc – den Heiligen Thomas, der vor dem Auferstandenen Christus kniet. Beiderseits befinden sich zwei Wappen des Zamoyski-Geschlechts (drei gekreuzte Speere). Darunter gibt es ein kurzes Gebet und die Stiftungsinschrift der Stadt in der lateinischer Sprache.
Neues Lemberger Tor
Das neue Lemberger Tor baute man im Manierismusstil in den Jahren 1820-21 nach dem Entwurf von dem Militäringenieur Jan Pawel Lelewel. Nach dem Zerstören der Mauer im Jahre 1866 ist es ein freistehendes Gebäude. Das zerstöre Symbol der russischen Zaren Alexander I., das sich über dem Eingang ehemals befand, wurde vor kurzem nach alten Plänen rekonstruiert. Seit 1980 ist das ehemalige Tor der Sitz des Zamosc-Symphonieorchesters. Als ein Bauernorchester wurde das Ensemble vom Landgutsbesitzer Karol Namyslowski in benachbartem Dorf Chomeciska im Jahre 1881 gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog das Orchester nach Zamosc um und verlor den bäuerlichen Charakter. Im Programm stehen jedoch unter anderem die Volksmelodien aus der Region.
Kloster der Barmherzigen Brüder
Der erste hölzerne Kloster wurde im Jahre 1657 von dem Landesbischof von Chelm Mikolaj Swirski gestiftet. Das heutige Gebäudeensemble entstand in den Jahren 1756-73 und enthielt außer dem Kloster und der Kreuzkirche (in der Südostecke des Komplexes) ein Krankenhaus. Nach der Auflösung des Klosters im Jahre 1784 gab es hier eine lange Zeit unter anderem das Gasthaus „Zum Karpfen“. Auf dem Innenhof befand sich in der Vergangenheit ein Brunnen, dessen Wasser als heilende galt. Ein großer Teil der ehemaligen Ausstattung der Klosterkirche mit dem berühmten Gemälde der Gottesmutter Maria ist zurzeit in der Kirche der Heiligen Katharina im Städtchen Szczebrzeszyn zu finden.
Franziskaner Kirche
An dieser Stelle baute der Stadtarchitekt Bernardo Morando am Ende des 16. Jahrhunderts ein Gasthaus, in dem der Verein von reichen armenischen und griechischen Kaufleuten (die Gilde) seinen Sitz hatte. Der Bau der Maria-Verkündigung-Kirche und des Franziskanerklosters wurde von Tomasz Zamoyski und seiner Frau Katarzyna im Jahr 1637 begonnen. Der Projektant war der polnische Architekt Jan Jaroszewicz. Die Arbeiten dauerten bis 1685, später errichtete man daneben einen Glockenturm. Die größte Kirche in der Stadt war mit hohen Giebeln geschmückt, in Innerem konnte man schöne Skulpturen sowie Wand- und Deckenmalerei bewundern. Nach der Auflösung des Klosters wandelte man die ehemalige Kirche in ein militärisches Lager und später in eine Kaserne um, das Klostergebäude und der Glockenturm wurden ganz zerstört. Seit dem Ersten Weltkrieg befand sich hier Jahrzehnte das Kino „Stylowy”, im Jahre 1946 platzierte man im Gebäude auch das Lyzeum für Bildende Künste. Seit dem Jahr 1993 erfüllt das Objekt wieder die sakrale Funktion als Franziskaner-Kirche.
Zentralhaus
Dieses Bürgerhaus, das höchste in der Altstadt von Zamosc, errichtete man in den Jahren 1910-11 im Jugendstil nach dem Projekt von Wladysław Lucht. Der Name stammt davon, dass es das erste Gebäude mit Zentralheizung in der Stadt war. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es im Hause außer Büros und Wohnungen Läden, ein Restaurant, einen Kinosaal und ein luxuriöses Hotel. Zwischen 1922 und 1935 wohnte hier einer der originellsten polnischen Dichter Boleslaw Lesmian (Lesman), der in Zamosc als Notar im Stadtgericht arbeitete. Es erinnert daran eine Gedenktafel an der Wand des Gebäudes.
Sankt-Nikolaus-Kirche
Schon bald nach der Stadtgründung errichtete man in der Lemberger Vorstadt die hölzerne orthodoxe Himmelfahrtkirche, die den örtlichen Ruthenen (Ukrainern) diente. Nach der Kirchenunion in Brest im Jahre 1596 wurde sie in die griechisch-katholische (unierte) Kirche umgewandelt. Die neue gemauerte Sankt-Nikolaus-Kirche für die orthodoxe Griechen baute man in den Jahren 1618-31 nach dem Entwurf von Jan Jaroszewicz. Das Innere des Tempels verzierte mit Stuckarbeiten der Baumeister Jan Wolff. In den Jahren 1690-98 entstand der von Jan Michal Link entworfene Barockglockenturm, der auch eine militärische Rolle spielte (oben sind Schießscharten zu sehen). Im Jahre 1706 wurde das Kirchlein dem Orden von Basilianern des Heligen Josaphats übergeben und seitdem war auch diese Kirche griechisch-katholisch. Für die Ordensbrüder baute man damals daneben das Klostergebäude. Ein wichtiges Ereignis der griechisch-katholischen Kirche in Polen war die 2. Synode, die gerade in Zamosc im Jahre 1720 stattfand. Nach dem Auflösung des Ordens im Jahre 1865 wurde der Tempel wieder orthodox. Ein großer Teil der ehemaligen Ausstattung wurde während der Evakuierung im Jahre 1915 nach Russland gebracht. Seit dem Ersten Weltkrieg ist die Kirche römisch-katholisch und ab dem Jahr 1934 ist sie die Klosterkirche von Redemptoristen. Bemerkenswert ist die architektonische Gestalt dieser Kirche, die Elemente der östlichen (die Kreuzkuppel) und westeuropäischen (der Glockenturm) Bautradition verbindet. Die wenigen orthodoxen Gläubigen waren lange Zeit ohne eigenen Tempel, erst in den Jahren 1988-92 errichtete man auf dem Friedhof ein Kirchlein, mit dem Heiligen Nikolaus als Schutzpatron.
Wassermarkt
Der Name des Platzes stammt entweder von einem Brunnen, der ehemals dort war, oder von einem See, der sich gerade jenseits der Mauern, südlich der Festung befand. Er erfüllte eine Handelsfunktion nie, am Platz standen in der Vergangenheit Residenzen der reichen Bürgern. Im 19. Jahrhundert wurden sie von neuen Gebäuden ersetzt, die den Platz nach Osten verschoben. In der letzten Zeit wurde der Wassermarkt neu gestaltet: auf dem Platz erschienen Wasserspiele und eine Skulptur in Form der Kugel, die ein Zusammenhang mit Zamosc als einer idealen Stadt darstellen sollte.
Klarissinnenkloster
Die Klarissinnen holte man nach Zamość im Jahre 1676. Etwa zwanzig Jahre später wurde nach dem Projekt von Jan Michał Link die Sankt-Anna-Kirche im Barockstil gebaut. In den Jahren 1769-74 errichtete man das dreiflügelige Klostergebäude. Nach der Auflösung des Ordens befand sich hier das militärische Krankenhaus, später die Polizei und seit dem Zweiten Weltkrieg das Kinderheim. In der letzten Zeit wurde das ganze Bauensemble renoviert und für die staatliche Musikschule übergeben. In der ehemaligen Kirche mit rekonstruierten Giebeln ist heute der Konzertsaal.
Generalhaus
Dieses repräsentative Bürgerhaus errichtete man in den Jahren 1878-82 als eine Residenz für den damaligen russischen Kommandeur der Zamosc-Garnison. Das benachbarte Haus aus dem Ende des 18. Jahrhunderts war seit 1862 im Besitz von Elias Luxenberg, dem Vater von Rosalia, die hier am 5. März 1871 geboren wurde. Seit der Studienzeit benutzte sie den weltbekannten Namen Rosa Luxemburg.
Rotunde
In der Vergangenheit was das Gelände südlich von Zamosc sumpfig und gleich an den Stadtmauern gab es einen großen See, der den Zugang zur Festung effektiv verhinderte. Als dieses Gebiet getrocknet wurde, errichtete man ein Festungsgebäude etwa 500 Meter von den Stadtmauern entfernt. Die enstandene in den Jahren 1825-31 nach dem Projekt von Jean Mallet Rotunde, hat die Form eines Ringes mit der Breite von 7 und Höhe von 9,5 Meter. Durch die Schießscharten in 20 Zellen konnte man in alle Himmelsrichtungen schießen. Die Anlage wurde von einem Wassergraben umgeben und mit der Festung durch einen Erddamm verbunden. Nach der Liquidierung der Festung befand sich hier eine Waffenkammer. Sehr tragische Rolle spielte die Rotunde im Zweiten Weltkrieg. Schon im Herbst 1939 wurden hier einzelne Exekutionen durchgeführt. In den Jahren 1940-42 war hier ein Durchgangslager für die Gefangene der Sicherheitspolizei, vor allem die polnische Intelligenz. Seit November 1942 war die Rotunde die Stelle von Massenerschießungen. Als sich vom Osten der Front näherte, begannen die Nazis die Spuren seines Verbrechens zu vertuschen. Die Leichen wurden mit dem Teer gegossen und auf dem Hof verbrannt, die Totenaschen in den Wassergraben gebracht und dort verstreut. Die genaue Anzahl der Opfer von der Rotunde ist unbekannt, es wurde hier mindestens 6 bis 8 Tausend Menschen ermordet. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Rotunde eine Gedenkstätte, die an die tragische Kriegsgeschichte erinnert. Einzelne Zellen wurden verschiedenen sozialen oder Berufsgruppen der Menschen gewidmet, die hier ihren Tod fanden. Es gibt auch eine Dauerausstellung mit den Kopien von Zeitdokumenten. Nach der Wende wurde die Ausstattung mancher Zellen geändert. Diese Räume sind heute Opfern von Kommunisten und ukrainischen Nationalisten in Wolhynien gewidmet. Rund um die Rotunde befindet sich ein Friedhof mit den Opfergräbern, den Erddamm entlang findet man auch die Gräber anderen Kriegsopfer aus der Region (Juden, polnische und sowjetische Partisanen).
Zoopark
Der Zoopark in Zamosc wurde im Jahre 1919 von Stefan Miler, dem Professor des Männlichen Gymnasiums, gegründet, als der erste und einzige Schulzoo in Polen. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist er schon der städtische Zoopark. Lange Zeit befand er sich auf einer kleinen Stelle in der Altstadt am Akademiegebäude. An seinen heutigen Standort ist der Zoo im Jahre 1980 umgezogen, die heutige Gesamtfläche beträgt 14 Hektar. Der Zoopark wird stets ausgebaut und modernisiert, zur Zeit kann man hier über 170 Tierarten, vor allem der Säugetiere und Vögel, treffen. Seit ein paar Jahren existiert auch ein botanischer Teil.




